Inneren Schweinehund überwinden/besiegen

Inneren Schweinehund überwinden/besiegen

Warum man als Trainer den Satz „inneren Schweinehund überwinden/besiegen“ vermeiden sollte?


Warum bin ich eher dagegen, dass Trainer ihre Schüler/Kunden mit den Wörtern „inneren Schweinehund überwinden/besiegen“ pushen sollten?

Zuerst einmal kläre ich unsere Leser über diese drei Wörter auf, ohne Bezug zu MyPassion Wing Chun zu nehmen:

Die Bezeichnung innerer Schweinehund umschreibt – oft als Vorwurf – die Darstellung der Willensschwäche, die einen Menschen daran hindert, unangenehme Tätigkeiten auszuführen.

Der sogenannte innere Schweinehund ist deswegen so mächtig, weil wir Menschen häufig dazu neigen, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Dies geschieht leider immer mehr, weil wir Menschen uns zu sehr an unsere Komfortzonen mit den Gewohnheiten gewöhnt haben.

Der Mythos des „Inneren Schweinehunds“

In der Welt des Trainings und der eigenen Besserung ist der Begriff „Innerer Schweinehund“ leider weit verbreitet. Er wird von Trainern oder Beratern oft verwendet, um Menschen zu motivieren und anzuspornen, ihre Ziele zu erreichen. Die Idee dahinter ist sehr einfach: Dieser Mensch soll seinen „inneren Schweinehund“ besiegen, um erfolgreich zu sein. Doch ist dieser Ansatz richtig? Gibt es einen inneren Widerstand, der uns fast schon wie eine gespaltene Person fühlen lässt?

In meiner Erklärung werden wir diesen Mythos genauer unter die Lupe nehmen, um ein besseres Verständnis für meine These zu erlangen:

Die Metapher des Inneren Schweinehunds

Die Metapher des Inneren Schweinehunds stammt aus der Welt des Sports und des Militärs. Sie stellt den inneren Widerstand dar, den wir überwinden müssen, um unsere Ziele zu erreichen. Dieser Widerstand kann in Form von Faulheit, Aufschiebe-Verhalten oder anderen Hindernissen auftreten.

Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich das Thema Aufschiebe-Verhalten genau erläutern, so dass man ein besseres Verständnis dafür erlangt, warum man es sogar als eine Art psychologisches Problem ansehen sollte. Betrachtet man es nüchtern, so ist die Vorstellung eines inneren Widersachers problematisch.

Die Gespaltene Person

Die Vorstellung eines „Inneren Schweinehunds“ suggeriert uns, dass wir eine Art gespaltene Persönlichkeit hätten. Auf der einen Seite gibt es das rationale, zielorientierte Selbst, das genau weiß, was getan werden muss, um erfolgreich zu sein, also sein Ziel zu erreichen, z.B. konditionell fitter zu werden. Auf der anderen Seite gibt es den inneren Widerstand, der uns von unseren Zielen, um konditionell fitter zu werden, abhält. Doch die Realität ist komplexer.

Die Einheit unserer Persönlichkeit

In der Psychologie wird die Einheit der Persönlichkeit betont. Unsere Gedanken, unsere Emotionen und unsere Handlungen sind Ausdruck unserer gesamten Persönlichkeit.

Wir haben nicht zwei getrennte Arten des Daseins, daher sind wir keine zweigesichtigen Wesen. Deshalb befinden wir uns nicht in einem Konflikt mit uns selbst. Stattdessen sind unsere Entscheidungen und Handlungen das Ergebnis einer komplexen Wechselwirkung verschiedener Faktoren, einschließlich unserer Werte, Erfahrungen und inneren Überzeugungen, die wir durch erlebte Einflüsse in Bereichen wie Erziehung, Schule, sozialem Umfeld, Beziehungen, Arbeit, Religion und Staat erwerben.

Die Rolle der Motivation

Statt gegen den ‚Inneren Schweinehund‘ anzukämpfen, sollten wir uns auf die Motivation konzentrieren. Motivation ist die Energie, die uns vorantreibt. Sie entsteht aus einem klaren Verständnis unserer Ziele und Werte. Wenn wir motiviert sind, fällt es uns leichter, Hindernisse zu überwinden und auf Kurs zu bleiben. Unterschiedliche Menschen finden ihre Motivation auf unterschiedliche Weisen. Der eine benötigt Musik, der andere sucht einen Ausgleich zur Arbeit, während wiederum andere durch einen medizinischen Zwischenfall, der ihnen bewusst macht, dass sie etwas an ihrem bisherigen Lebensstil ändern müssen, motiviert werden.

Selbstreflexion und Selbstführung

Anstatt gegen einen vermeintlichen inneren Feind anzutreten, sollten wir uns darauf konzentrieren, uns selbst besser zu verstehen und zu führen. Dies erfordert Selbstreflexion und die Bereitschaft, Veränderungen an sich selbst vornehmen zu wollen. Indem wir unsere Ziele und Werte klar definieren und unsere Handlungen danach ausrichten, können wir Schwachstellen erkennen und wissen, was wir ändern müssen, um unsere Ziele zu erreichen. Nur wer sich selbst kennt, versteht, wo Veränderungen notwendig sind, um seine Ziele zu erreichen.

Fazit: Wir sollten den Mythos überwinden

Es ist an der Zeit, den Mythos des „Inneren Schweinehunds“ zu überwinden. Unsere Persönlichkeit ist keine gespaltene Einheit, sondern ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Statt gegen uns selbst anzutreten, sollten wir uns auf Selbstreflexion, Motivation und Selbstführung konzentrieren, um unsere Ziele zu erreichen. Indem wir diesen Mythos hinter uns lassen, können wir effektiver an unserer persönlichen Entwicklung arbeiten.


Nun kommen wir zur Verbindung von MyPassion Wing Chun, Sport und Selbstmotivation

In der Welt des Sports und des Selbstschutzes ist die Selbstmotivation von entscheidender Bedeutung. Es ist wichtig zu erkennen, dass Wing Chun nicht nur physische Techniken lehrt, sondern auch die mentale Stärke und Selbstmotivation fördert. In diesem ausführlichen Text werde ich die Verbindung zwischen MyPassion Wing Chun, Sport und Selbstmotivation analysieren und herausfinden, wie diese Elemente in perfekter Harmonie zusammenwirken können.

Die Metapher des Inneren Schweinehunds im Kontext von Wing Chun

MyPassion Wing Chun ist nicht nur eine physische Kampfkunst, sondern auch eine klare Geisteshaltung. Es lehrt die Schüler, ihre inneren Barrieren zu überwinden und sich selbst zu motivieren, um Fortschritte zu erzielen. Die Motivation erreicht der Trainingsschüler nicht nur durch den Trainer, sondern auch durch sich selbst und die motivierende Logik des Wing Chuns.

Während des Trainings und im Leben entstehen immer wieder innere Konflikte und Hindernisse, doch statt diesen inneren Widerstand zu bekämpfen, lehrt Wing Chun, ihn zu verstehen und zu nutzen, um stärker zu werden.

Die Einheit von Körper und Geist im Wing Chun

Wing Chun betont die Einheit von Körper und Geist. Die physischen Bewegungen und Techniken sind eng mit mentaler Stärke und Selbstmotivation verbunden. Es handelt sich um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, das sowohl Einheit als auch den Schlüssel zum Erfolg im Wing Chun und im Leben darstellt. Es geht nicht nur darum, die richtigen Schläge und Bewegungen auszuführen, sondern auch darum, die mentale Stärke zu entwickeln, um Hindernisse zu überwinden und selbst in herausfordernden Situationen und unter Stress ruhig und fokussiert zu bleiben.

Die Rolle der Motivation im Wing Chun: Die Passion für die Kunst

Motivation im Wing Chun ist eng mit der Passion für die Kunst verbunden. Die Liebe zum Wing Chun Training und zur Weiterentwicklung ist ein mächtiger Antrieb, der es den Schülern ermöglicht, über sich hinauszuwachsen. Die Passion für Wing Chun schafft eine Motivation, die weit über äußere Belohnungen hinausgeht. Die nach innen gewendete Motivation ist ein Schlüssel zur Selbstmotivation und zum angestrebten Erfolg.

Die Bedeutung von Selbstschutz und Selbstvertrauen im Wing Chun

MyPassion Wing Chun ist nicht nur eine Kampfkunst, sondern auch eine Form des Selbstschutzes. Durch das Training entwickeln die Schüler nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern auch gesteigertes Selbstvertrauen. Dieses Selbstvertrauen ist entscheidend für die Selbstmotivation, da es den Schülern hilft, sich ihren Ängsten und Unsicherheiten zu stellen und sie zu überwinden. Besonders durch das von mir angebotene Multitool-Prinzip, das sich aus fünf verschiedenen Abteilungsprogrammen zusammensetzt, versuche ich, das MyPassion Wing Chun Konzept zu vervollkommnen.

Die Rolle des Trainers und der Gemeinschaft im Wing Chun

Der Trainer und die Gemeinschaft spielen eine wesentliche Rolle bei der Förderung der Selbstmotivation im Wing Chun. Ein erfahrener Trainer kann den Schüler inspirieren und ihm helfen, seine Ziele zu erreichen. Zusätzlich bietet die Trainingsgemeinschaft Unterstützung und Motivation, da man sich gegenseitig anspornt und Erfahrungen teilt. Diese soziale Unterstützung ist ein wesentlicher Bestandteil der Selbstmotivation im Wing Chun.

Die Bedeutung von Disziplin und Durchhaltevermögen

Disziplin und Durchhaltevermögen sind unerlässlich, um im Wing Chun erfolgreich zu sein. Die Fähigkeit, regelmäßig zu trainieren und trotz Rückschlägen und Herausforderungen am Ball zu bleiben, ist ein Zeichen von Selbstmotivation. Durch meine Wing Chun Konzeption lernt der Schüler, nicht aufzugeben, sondern hart an sich zu arbeiten, um seine Ziele zu erreichen.

Fazit: Die Synergie von MyPassion Wing Chun, Sport und Selbstmotivation

In MyPassion Wing Chun finden sich die Elemente des Sports, der Selbstmotivation und des Selbstschutzes in perfekter Harmonie. Die Metapher des „Inneren Schweinehunds“ kommt hier nicht zur Anwendung, wird daher nicht bekämpft. Stattdessen betrachten wir das gesamte Denken und Handeln als eine Gelegenheit zur persönlichen Entwicklung.

MyPassion Wing Chun fördert die Einheit von Körper und Geist, die Passion für die Kunst, das Selbstvertrauen und die Disziplin. Es lehrt, wie man den inneren Widerstand überwindet und die eigene Selbstmotivation stärkt. In dieser Verbindung von Sport und Selbstschutz zeigt sich die wahre Stärke von MyPassion Wing Chun, die weit über die physische Ebene hinausgeht. Es ist eine Kunst, die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist stärkt und die Fähigkeit zur Selbstmotivation fördert, was im Wing Chun und im Leben von unschätzbarem Wert ist.

Daher sage ich als Sifu, dass der Trainer den Schüler nicht mit den Worten „bekämpfe deinen inneren Schweinehund“ motivieren sollte, sondern indem er Selbstvertrauen fördert, ein unterstützendes Umfeld schafft und effektive Techniken und Strategien vermittelt.

MyPassion Sifu Akin Özden – Gründer MyPassion Wing Chun und die fünf Abteilungen.

(Dieser Text ist aus dem Buch, welches demnächst erscheinen wird, entnommen worden.)